Start 9. MVOC-Raumluftmessung

Information Nr. 9: Schimmel (biogene Belastungen) in der Raumluft

Schimmel-Ambulanz

MVOC: Indikatoren für versteckte mikrobielle Belastungen - Schimmelpilze in Innenräumen richtig messen und beurteilen!


Welche Messmethode für Schimmelpilzbelastungen ist die Richtige?
Es existiert kein allgemein verbindliches Verfahren
zur Feststellung und Beurteilung einer Schimmelpilzbelastung von Innenräumen, vielmehr sind jeweils die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen und die verschiedensten Methoden einzusetzen. Darüber hinaus setzt sich eine etwaige Belastung aus unterschiedlichen, variierenden Einzelfaktoren zusammen, In jedem Falle hat eine Gesamtbetrachtung und –beurteilung durch einen versierten Gutachter zu erfolgen.

MVOC- Raumluftmessungen sind gemäß „Schimmelpilz- Leitfaden“(siehe Info Nr. 1) nur eine von mehreren „denkbaren Option für den Ablauf von Untersuchungen auf eine Schimmelpilzbelastung in Gebäuden, die im Einzelfall und in Abhängigkeit der Ortbegehung jedoch nicht alle durchgeführt werden müssen“, u.a.:

  • Messung der Schimmelpilze in der Innen- und Außenluft; -Materialprobe; -Staubanalyse
  • Messung der MVOC in der Innen- und Außenluft
  • Einsatz eines Schimmelpilzspürhundes

Was sind MVOC und wie werden sie gemessen?
MVOC (microbial volatile organic compounds) sind „von Mikroorganismen produzierte flüchtige organische Verbindungen“. Über die ak­ti­ve Luft­pro­be­nah­me und Analyse der MVOC lässt sich ab­lei­ten, ob ein Scha­den be­steht, auch wenn er nicht un­mit­tel­bar sicht­bar ist und auch keine Gerüche auftreten. Neu­e­re Er­kennt­nis­se las­sen den Schluss zu, dass MVOC eine we­sent­lich hö­he­re Kor­re­la­tion zu­ Krank­heits­symp­to­men haben als luft­ge­tra­ge­ne Spo­ren.

Achtung: Entgegen laienhafter Meinung diffundieren die MVOC durch fast alle Baumaterialien (Fliesen, Laminat, Zement, Kunststofffolien, usw.) hin­durch­  und ge­lan­gen so in die Raum­luft, obwohl der Scha­den ei­gent­lich in­ner­halb der Bau­kon­struk­tion oder hinter einer Ta­pe­te ver­bor­gen ist. Bei den Substanzen handelt es sich um­ flüch­ti­ge Stoff­wech­sel­pro­duk­te der Schimmelpilze und Bakterien, die noch jahr­zehn­te­lang nach dem Ab­ster­ben der Mi­kro­or­ga­nis­men an die Raum­luft ab­ge­ge­ben wer­den kön­nen. Die im Ana­ly­sen­be­richt an­ge­gebe­nen Sub­stan­zen sind al­ler­dings le­dig­lich "In­di­ka­to­ren" für das Vor­kom­men von Emis­sio­nen und stel­len nur ei­nen Teil der flüch­ti­gen Ver­bin­dun­gen mi­kro­biel­len Ur­sprungs dar. Ih­re Sum­me ist nicht als die Ge­samt­men­ge flüch­ti­ger Ver­bin­dun­gen an­zu­se­hen und auch nicht für ei­ne to­xi­ko­lo­gi­sche Be­wer­tung ge­eignet. Aus um­welt­me­di­zi­ni­scher Sicht ge­nügt nach den Ausführungen eines erfahrenen Umweltmediziners die Fest­stel­lung von­ ein­deu­tig er­höh­ten MVOC gegenüber der Außenluft, „um­ dar­aus die ob­jek­tiv be­grün­de­te  Be­fürch­tung zu­ ge­win­nen, dass der Ge­brauch von Wohn- und Auf­ent­halts­räu­men zu­ ei­ner Ge­sund­heits­be­ein­träch­ti­gung führt, was den Anforderungen an eine konkrete Gesundheitsgefährdung genügt“ (siehe Urteil Landgericht Berlin, Az 67 S 87/97 v. 10.12.98 mit Bezug auf § 544 BGB).


Typische Symptome für gesundheitliche Probleme durch MVOC:
Schleimhautempfindlichkeit, häufige Infekte, Husten, , Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Müdigkeit. Bei einer Langzeiteinwirkung kann es auch zu chronischen Erkrankungen, wie Nebenhöhlenproblemen und Asthma führen.

Über die Mechanismen der Gesundheitsschädigungen gibt es  wie bei hohen Belastungen mit Sporen in der Raumluft nur unzureichende wissenschaftliche Erkenntnisse. Grundsätzlich wird von einer Schwächung des Immunsystems ausgegangen, aber evtl. sind die MVOC auch „Lockstoffe“, z.B. für Granolozyten, die dann zu den o.g. Wirkungen führen.

Zitate aus der Fachliteratur:

  1. Nach dem „Ergebnis einer Sachverständigenbefragung vom „Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung zur Frage einer umweltmedizini­schen Indikation“: Wenn die Beschwerden insgesamt auf eine Belastung durch versteckt wachsende Schimmelpilze hindeuten und alternative Belastungsquellen ausgeschlossen werden können, kommt entweder eine Bestimmung von MVOC ..... in Frage oder das Suchen von verstecktem Befall mit einem Spürhund.
  2. Aus einer Stellungnahme vom Um­welt­aus­schuss der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung S.- H. und des In­sti­tuts für To­xi­ko­lo­gie der Uni Kiel: (siehe Info Nr. 2): „Umdenken erforderlich:“... Bei Verdacht auf mikrobielle Belastungen muss auch nach nicht sichtbarem Vorkommen gesucht werden. Alter, trockener Befall muss untersucht und dann entfernt werden, denn auch von versteckten, abgestorbenen Pilzen und Bakterien können MVOC sowie die Ihnen anhaftenden Toxine in die Raumluft gelangen und Allergien oder andere Erkrankungen auslösen“
  3. Aus der Schriftenreihe des Instituts für Toxikologie an der Uni Kiel zur Bewertung der gesundheitlichen Risiken: „Aus der Risikoabschätzung der MVOC- Emissionen darf in keiner Weise abgeleitet werden, dass MVOC- Emissionen in Innenräumen tolerierbar sind. MVOC- Produzenten (Schimmelpilze und Bakterien) sind wie alle anderen unnötigen Emissionsquellen aus Innenräumen ausnahmslos zu entfernen“.
  4. Aus einem Fachvortrag von Dr. med. Birger Heinzow, Landesgesundheitsamt Schleswig- Holstein, Vorsitzender der Innenraumlufthygienekommission des Umweltbundesamtes: Unter: „Expositionsfragen“:
    Es besteht nach derzeitiger Auffassung dahingehend Konsens, dass ein Schimmelpilzbefall in Innenräumen aus gesundheitlicher, hygienischer Sicht nicht toleriert werden darf und auch ohne Gesundheitsbeschwerden allein aus Vorsorgegründen immer saniert werden muss. In zahlreichen Untersuchungen konnte eindeutig gezeigt werden, dass Gesundheitsdefekte mit Schimmelpilzbefall bzw. Feuchteschäden korrelieren und sich nach einer Sanierung bessern.
    Von einem Schimmelpilzbefall ist auszugehen, wenn:
  • Kultivierbare (viable) und nicht (mehr) kultivierbare (non-viable) Sporen und Konidien
  • Myzel- und Hyphenfragmente
  • Zellbestandteile (beta-D-Glucan) sowie im erweiterten Sinne auch Stoffwechselprodukte (MVOC), Ergosterol und Toxine von Schimmelpilzen in Innenräumen erhöht vorkommen.


Zur Raumluftmessung von MVOC und Bewertung:
Nachstehend genannte MVOC-Konzentrationen dienen nur der Indikation des Umfangs versteckter Schäden und sind nur eine sehr kleine Auswahl der tatsächlich vorhandenen und evtl. gesundheitsgefährdenden Ausgasungen:

 

1 - Octen- 3 – ol (sog. Hauptindikator; Hin­weis auf Alt­schä­den)

3 - Methylfuran (sog. Hauptindikator; Hin­weis auf aktive Schäden)

Dimethyldisulfid (sog. Hauptindikator; Hin­weis auf Ab­was­ser­schä­den)

3- Octanon (kommt nur in Innenräumen mit mikrobiellen Schäden vor)

3 Methyl-1- butanol

2- Pentanol

2- Hexanon (sogenannter „schwacher Indikator“)

2- Heptanon (sogenannter „schwacher Indikator“)

Vor der Durchführung einer Messung sollte der Raum ca. 8 Stunden nicht gelüftet werden, und eine Beeinflussung durch Rauchen, Backen, zu viele Pflanzen oder Abfälle muss vermieden werden.


Nach ein­schlä­gi­gen Er­fah­run­gen wird die Sum­me der vorgenanten acht Indikatorsubstanzen wie folgt be­wer­tet: (Stu­fen 1 bis 9)

Stu­fe 1: Sum­me < 0,5 µg/m3 und kein Nach­weis Haupt­in­di­ka­tor: kein Hinweis auf einen mikrobiellen Befall

Stu­fe 2: Summe < 0,5 µg/m3 und und mindestens ein Haup­tin­di­ka­tor 0,05 – < 0,1 µg/m3: vermutlich ein lokal begrenzter versteckter Befall oder ein Befall in angrenzenden Räumen

Stu­fe 3: Summe < 0,5 µg/m3 und ein Haup­tin­di­ka­tor ab 0,1 µg/m3 : ein ver­steck­ter mi­kro­biel­ler Be­fall ist wahr­schein­lich

Stu­fe 4: Sum­me 0,5 - < 1,0 µg/m3 und kein Nachweis eines Haup­tin­di­ka­tors: vermutlich kein versteckter Befall, sondern evtl. ein raumhygienisches Problem

Stufe 5: Sum­me 0,5 - < 1,0 µg/m3 und ein Haup­tin­di­ka­tor 0,05 – < 0,1 µg/m3: ein versteckter Be­fall ist wahr­schein­lich

Stu­fe 6: Sum­me 0,5 - < 1,0 µg/m3 und ein Haup­tin­di­ka­tor ab 0,1 µg/m3: ein ver­steck­ter Be­fall ist sehr wahr­schein­lich

Stu­fe 7: Sum­me ab 1,0 µg/m3 und kein Nachweis eines Haup­tin­di­ka­tors: ein ver­steck­ter  mi­kro­biel­ler Be­fall ist möglich, aber fraglich, da keine Hauptindikatoren nachgewiesen wurden

Stufe 8: Sum­me ab 1,0 µg/m3 und ein Haup­tin­di­ka­tor 0,05 – < 0,1 µg/m3: ein ver­steck­ter mi­kro­biel­ler Be­fall im untersuchten Raum oder unmittelbar angrenzenden Räumen ist sehr wahr­schein­lich

Stu­fe 9: Sum­me ab 1,0 µg/m3 und ein Haup­tin­di­ka­tor ab 0,1 µg/m3: ein groß­flä­chi­ger ver­steck­ter mi­kro­biel­ler Be­fall  muss vor­han­den sein ≥


Wie kann durch MVOC- Messungen indizierter versteckter Schimmel lokalisiert werden?
Dem Schimmelpilz- Leit­fa­den ist zu ent­neh­men: "Der Einsatz eines Schimmelpilzspürhundes wird als Ersatz oder als Er­gän­zung mi­kro­biel­ler Messungen oder von MVOC-Messungen bei nicht sichtbaren, aber vermuteten Schimmelpilzschäden in Gebäuden vorgeschlagen."

 

Grundsätzlich kann zwar nur mit anschließenden Materialuntersuchungen eine qualifizierte gesundheitliche Bewertung abgegeben werden, aber keine Methode ist zur Lokalisierung und Feststellung der Ausdehnung versteckter mikrobieller Schäden ebenso schnell, zielsicher und kostengünstig wie der Einsatz eines Schimmelspürhundes!

Die Schimmel- und Wohngiftambulanz Böge setzt die MVOC- Raumluftmessungen mit der Erfahrung von zehntausenden Laborergebnissen, eigenen über 2.500 Raumluftmessungen auf MVOC und mehr als 1.000 Schimmelhundeinsätzen ein.

Haben Sie noch Fragen zu Raumluftmessungen von verstecktem Schimmel?

Wenden Sie sich an die Schimmel- und Wohngiftambulanz Böge

Dipl.- Ing. Klaus- Peter Böge
Schimmel- und Wohngiftambulanz                                       
Schimmel- Spürhund- Service Deutschland
Am Pohl 56,  23566 Lübeck
http://www.boege-ambulanz.de
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.                                               
Tel.  0451 / 61 97 30   Fax. 6197320

 

-- Kontaktformular -- -- Home --