|
Gesundes Wohnen - Energie sparen?
Falsches Energiesparen macht krank!
Gesundheitsexperten müssen sich dringend mit dieser Frage beschäftigen, denn Energie- und Baufachleute wie Politiker haben nicht beachtet, dass der erforderliche Frischluftwechsel in den letzten 50 Jahren auf 1/3 bis 1/10 reduziert wurde!
Statt einer wie früher stündlichen Erneuerung der Frischluft durch undichte Fenster soll heute eine zwei- bis dreimalige Stoßlüftung am Tag genügen. Das führt zu Problemen:
In immer mehr Wohnungen treten Schimmel- und Schadstoffprobleme auf, die zu gesundheitlichen Problemen und rechtlichen Auseinandersetzungen führen.
- Ein zu geringer Luftwechsel führt zu einer hohen Raumluftfeuchte.
- Statt an der Einfachverglasung entsteht Kondensfeuchte an anderen „Wärmebrücken“: Außenwände/ -ecken, insb. an Kontaktbereichen zu Kellern, Dachböden, Balkonen.
- Kunststofftapeten, -anstriche und -paneele sowie Laminatböden verringern den notwendigen Feuchtigkeitsausgleich mit Umgebungsflächen.
- Bei zu geringen Lüftungsmöglichkeiten im Bad bei heute üblichem regelmäßigem Duschen verteilt sich die Feuchte in der ganzen Wohnung und wird nicht ausreichend abgebaut. Vor ca. 50 Jahren wurde in den gleichen Häusern 1 Mal die Woche gebadet
- Die Restfeuchte bei Neubauten wurde über eine Zeit von 2 Jahren ausgetrocknet.
Die Folgen: Schimmel wächst häufiger und schneller, belastet die Luft und wird zudem ebenso wie andere Schadstoffe nicht mehr „weg gelüftet“: Atemwegsprobleme, Kopfschmerzen, Schwindel, usw. breiten sich insbesondere bei Kindern immer mehr aus.
Achtung: Jeder Schimmelbefall muss konsequent entfernt werden, denn auch von trockenen und abgestorbenen versteckten Mikroorganismen gehen Gesundheitsgefahren aus. Der Einsatz von (oft gefährlichen) Desinfektionsmittel und das Überstreichen reicht nicht aus. Ein Desinfektion von Restbelastungen ist mit 70%-igem Alkohol möglich.
Empfehlungen zur Vermeidung von Schimmel und zur Reduzierung von Schadstoffen:
A) Grundsätzliches:
Wände und Decken dürfen nicht mit dampfbremsenden Materialien (Kunststofftapeten bzw. -verkleidungen, Anstrichen, usw.) versehen werden.
Kritische (kalte) Außenwände dürfen nicht mit Paneele, Gipskarton oder Isoliertapeten verkleidet werden. Man sollte grundsätzlich auf Tapeten und Gipsmaterial (zieht Feuchte und schimmelt) verzichten. Verwenden Sie z.B. nur eine Silikatfarbe.
Für eine Innendämmung kommt im Ausnahmefall nur eine Calcium- Silikat- Platte (Klimaplatte) in Frage.
Möbel müssen je nach Risiko 5 -20 cm Abstand zu Außenwänden haben.
In der Küche muss ein Wrasenabzug (mit Abluft!) und im Bad ein Abluftventilator (automatisch geschaltet mit dem Licht und Nachlaufzeit) installiert werden.
Zur Selbstkontrolle sollten in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer Hygrometer zur Messung der relativen Luftfeuchtigkeit eingesetzt werden.
Empfehlung für: Raumlufttemperatur maximale relative Feuchte
Eß-, Wohn-, Kinderzimmer: 20 - 21°C 40 – 60%
Schlafzimmer: 16 - 18°C 45 – 65%
Küche: 20°C 50 – 70%
Bad: 22°C 50 – 70%
B) Die optimale Stoßlüftung:
- Die Lüftungs- Grundregel: oft - kurz - kräftig, nach Bedarf 4 - 8 mal täglich -
Morgens nach dem Aufstehen, im Bad unmittelbar nach dem Duschen und Baden,
in der Küche während oder nach dem Kochen, am Abend vor dem Schlafengeh
Während der Stoßlüftung ist möglichst auf eine „Querlüftung“ zu achten.
Ergänzend zum Befolgen der Lüftungsregeln ist auf die Beheizung zu achten, denn nur in geheizten Räumen setzt der nötige „Lüftungseffekt“ ein, d.h. der Abtransport zu hoher Feuchtigkeit. Zeitlich begrenzte Temperaturabsenkungen innerhalb einer Wohnung sollten eine Differenz von 3 bis 4°C nicht überschreiten.
C) Ergänzungen:
Da die vorstehenden Lüftungsregeln nicht oder meist nur unzureichend umgesetzt werden können, z.B. wegen längerer Abwesenheit, Nutzung mit Kleinkindern, o.ä., muss zwangsläufig eine ergänzende Lüftung gewählt werden, wie z.B.:
Einbau von perforierten Dichtungen oder Fensterfalzlüftungen, die einen dauerhaften und intensiveren Luftwechsel bei geschlossenen Fenstern bewirken.
Einbau eines Fensterfeststellers, um - je nach Außentemperatur - eine unterschiedliche Spaltlüftung von wenigen mm durchzuführen. Diese Lüftungsmethode wird zwar oft kritisiert, ist aber häufig unverzichtbar und führt nur zu relativ gering erhöhten Heizkosten. Dafür wird aber der zwingend erforderliche Luftaustausch erreicht.
Lieber 100 Euro für mehr Energie wie 1000 Euro für den Arzt ausgeben!
Außerdem: auch moderne Lüftungsanlagen erfordern Investitionen sowie laufende Kosten durch ständigen Filterwechsel und Strom.
D) zusätzliche Tips:
Trocknen Sie keine Wäsche in der Wohnung.
Verzichten Sie auf Aquarium, Zimmerbrunnen sowie zu viele Blumen.
Entfernen Sie überflüssige und hygienisch bedenkliche Luftbefeuchter.
Grundsätzlich ist festzustellen, dass es keine für alle Haushalte verbindliche und kurze Lüftungsempfehlung gibt. Der Nutzer muss und kann durch ein angepasstes Wohn-, Heizungs- und Lüftungsverhalten seinen Beitrag leisten.
Schimmelpilze und Bakterien in Wohnungen
Wie kommt es zum Befall?
Im Zeitalter der Energieeinsparung mit dichtschließenden Fenstern und (falscher) Wärmedämmung kommt es zunehmend zu gesundheitsgefährdenden Belastungen in Wohnungen.
Die Luft in Innenräumen ist meist wärmer und nimmt deshalb mehr Wasser als die kalte Außenluft auf. Wird diese Luft nicht ausreichend und in geeigneter Weise abgeführt, so kann sie an verschiedenen kalten Stellen im Haus kondensieren. Hiervon sind vor allem Fensterstürze, Raumecken, Schlafzimmerwände und Schrankrückseiten betroffen.
Diese feuchten Stellen sind ideale Nährböden für Schimmelpilze und Bakterien! Andere Problemstellen gibt es häufig im Mauerwerk oder in Decken, wenn bauliche Wasserschäden (z.B. defekte Drainage, fehlende Sperrschichten, defekte Dichtung an der Dusche, usw.) nicht sofort und intensiv getrocknet werden.
Wie kann man sich vor Schimmelpilzen und Bakterien schützen?
- Ausreichend Lüften und richtig Heizen.
- Benutzen Sie ein Luftfeuchtemeßgerät und achten Sie darauf, daß die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung 60% nicht übersteigt.
- Erzeugen Sie in den Heizperioden mindestens 4 mal täglich für 2 bis 5 Minuten Durchzug in der Wohnung. Als Alternative können Sie auch Stoßlüften (ohne Durchzug), indem Sie die Fenster für 5 bis 10 Minuten ganz öffnen. Diese Methoden sind kostengünstiger und wirkungsvoller als die Dauerlüftung bei gekippten Fenstern.
- Lüften Sie nach dem Baden, Duschen oder Kochen besonders gut durch.
- Verzichten Sie auf zusätzliche Luftbefeuchtung durch Verdampfer oder Luftbefeuchter.
- Stellen Sie große Einrichtungsgegenstände nicht direkt an kalte Außenwände, sondern rücken Sie diese mindestens 5 bis 10 cm ab.
- Sorgen Sie im Schlafzimmer besonders Nachts für Lüftung.
- Heizen Sie alle Räume so, daß Temperaturunterschiede von über 4° C innerhalb des Wohnbereiches vermieden werden.
Richtig bauen und renovieren
- Bringen Sie keine Innenverkleidung an Außenwände an. Das gilt insbesondere auch für Keller!
- Verwenden Sie keine Kunststofftapeten oder -farben, die als Dampfsperre wirken.
- Achten Sie darauf, daß ein Neubau meist über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren bei intensiver Lüftung und Heizung "austrocknen" muß.
- Einmal befallene Materialien können bei schlechter Austrocknung noch nach Jahren gefährlich wirken, deshalb müssen sie in der Regel vollständig entfernt werden.
- Ziehen Sie bei Feuchteschäden, die länger anhalten, immer einen Fachmann zu Rate.
- Verwenden Sie keine chemischen Schimmel-Bekämpfungsmittel. Kleinere befallene Stellen können auch mit Essigessenz oder Spiritus behandelt werden.
Informationen über problematische Mikroorganismen in geschädigten Gebäuden
(von Pegasus Labor, Uppsala und Düsseldorf)
Bacillus ist eine sporenbildende Bakterie mit "muffigem" Geruch. Weil sie Sporen bildet, kann sie auch in einer trockenen Umgebung überleben. Sobald wieder Feuchtigkeit auftritt, beginnt sie erneut zu wachsen. Häufig kommt Bacillus in feuchter Mineralwolle vor.
Streptomyces gehört zur Ordnung der Actinomycetales. Die Bakterie bildet bei Zuwachs ein Netzwerk (Myzel) und ist in dieser Hinsicht den Mikropilzen ähnlich. Streptomyces erzeugt gasförmiges Geosmin, das einen strengen Erdkellergeruch bzw. Schimmelgeruch verursacht.
Aspergillus versicolor kommt gewöhnlich im Getreide vor, wo er als Erzeuger mehrerer Schimmelgifte bekannt ist. Dieser Pilz tritt auch in geschädigten Gebäuden auf. In diesem Zusammenhang sind noch keine Probleme mit Schimmelgiften bekannt geworden. Jedoch kann das Vorhandensein von A. versicolor als Indikator für "ungesunde" Gebäude gedeutet werden. In "gesunden" Gebäuden kommt er erfahrungsgemäß nicht vor.
Aureobasidium ist ein Mikropilz, der meistens in feuchten Räumen wie Badezimmern gefunden wird. Er bildet viele Sporen. Wenn die Sporen über die Luft in die Atemwege gelangen, können sie Lungenbeschwerden verursachen.
Chaetomium findet in zellulosehaltigen Materialien optimale Wachstumsbedingungen. In Gebäuden befällt er vor allem Papiertapeten, Gipsbauplatten, Hartfaserplatten und Spanbauplatten. Chaetomium erzeugt das übelriechende Geosmin, das auch von Streptomyces produziert wird.
Cladosporium gehört zur Gattung der Mikropilze und kommt gewöhnlich im Holz und in der Luft vor. Viele Allergiker reagieren auf diese Pilzart.
Phialophora wird häufig in feuchten Umgebungen gefunden. Im Freien bildet er oft "morsches" Holz, wenn das Material Kontakt zum Erdboden hat. Bei großer Nässe kann er sich in Konkurrenz zu anderen fäulniserregenden Pilzen besonders gut durchsetzen. Kommt Phialophora in der Baukonstruktion vor, deutet es darauf hin, daß ein Feuchteschaden vorhanden war oder noch vorliegt.
Stachybotrys atra ist ein Mikropilz und wächst oft aufzellulosereichen Materialien. Er erscheint z.B. auf Gipsbauplatten in Form einer schwarzen Rußschicht. Er enthält in seiner Zellwand ein Gift, das u.a. die Schleimhäute irritieren kann. Achtung: Dieser Pilz ist gefährlich. Es sollte unbedingt verhindert werden, daß er Sporen bilden kann.
Aspergillus fumigatus findet seinen bevorzugten Nährboden in Holz und Getreide. Die Sporen des Pilzes können, wenn große Mengen in die Luft gelangen, schwere allergische Erkrankungen (Aveolitis) auslösen. Weiterhin wird die "Aspergillose", ein Pilzbefall der Lungen, mit dieser Schimmelart in Verbindung gebracht. Aspergillus fumigatus erzeugt viele antibiotische Substanzen, z.B. Fumigazin, Gliotoxin und Ferricrozin. Genauso produziert er eine Vielzahl flüchtiger Stoffe, über deren Wirkung auf den Menschen noch wenig bekannt ist.
Paecilomyces variotii wird wie Aspergillus fumigatus oft in Holz und Getreide gefunden. Demzufolge tritt er bei der Hackspanherstellung und Getreideverarbeitung sowie in Sägewerken auf. Wird er in großer Menge in die Luft getragen, kann er eine allergische Alveolitis verursachen. Außerdem ist bekannt geworden, daß der Pilz zytotoxisch wirkende Stoffe (Zellgifte) erzeugen kann.
|