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 11. Gesund Bauen und Wohnen
Böge- Ambulanz für Gesundheit und Umwelt

Infos zu: Formaldehyd

Spanplatten und Möbel werden nach Verfahren geprüft und gekennzeichnet, die in Prüfräumen gelten, aber keine Sicherheit für Wohn- und Schlafräume bieten! So wird in Prüfkammern unter folgenden Bedingungen gemessen:

"raumluftumspült, bei 23°C und 45% rel. Feuchte, bei einem Luftwechsel pro Stunde und mit einer Raumbeladung von 1 , d.h. 1m³ Plattenoberfläche auf 1m³ Raumvolumen".

Spanplatten können als Baustoff und in Möbeln durch massives Holz sowie Faser- oder Gips-platten ersetzt werden. Ist die Verwendung von Spanplatten unumgänglich, so ist der Einsatz von melamin-oder phenolharzverleimten Spanplatten zu empfehlen, die verhältnismäßig wenig Formaldehyd abgeben. Vorsicht bei "formaldehydfreien" Spanplatten (die mit Sicherheit auch Leimharz enthalten), wenn nichts über den eingesetzten Kleber bekannt ist.

 

Infos zu: Holzschutzmittel

In Innenräumen sind Holzschutzmittel ohne Ausnahme überflüssig und schädlich!

Auch bei tragenden Bauteilen in Innenräumen ist der Schutz nach der Neufassung DIN 68800, Teil 3, nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben.

Lassen Sie sich vom Händler bescheinigen, daß die Hölzer abgelagert und unbehandelt sind; bei einer Holzfeuchte unter 20% tritt kein Pilzbefall auf. Beachten Sie Regeln des konstruktiven Holzschutzes, d.h. verhindern Sie einen möglichen Befall durch technische Maßnahmen bei dem Auf- oder Einbau von Holz.

Wenn ein Holzschutzmittel zwingend erforderlich ist, verwenden Sie möglichst nur Borsalz. Bei einer Außenanwendung sollte das Holz druckimprägniert sein. Bei befallenen Hölzern ist eine ungefährliche Heißluftbehandlung zu empfehlen.

 

Infos zu:Pyrethoide

Im Zusammenhang mit dem Kauf von Teppichen aus Naturmaterialien sollte man sich grundsätzlich bescheinigen lassen, daß der Teppich frei ist von Pyrethroiden oder sonstigen Pestiziden. Es reicht nicht, einen "unbehandelten" Teppich zu verlangen, sondern im Kaufvertrag sollte auf jeden Fall stehen:

Der Teppich ist weder mit Bioziden behandelt, noch mit mehr als 1 mg/kg kontaminiert

Bei Auftreten von Schädlingen oder sog. Lästlingen ist praktisch nie der Einsatz von Giften erforderlich. Ursachenbekämpfung (z.B. feuchte Stellen, offene Lebensmittel) oder das Anbringen von Barrieren (Fliegengaze, Leimbretter, natürliche Gegenmittel) sind die bessere Lösung.

 

Infos zu:Weichmacher

Da Baumaterialien die Hauptquellen für Weichmacher in der Innenraumluft bzw. im Staub sind, hilft nur der möglichst weitgehende Verzicht auf Kunststoffprodukte und die Verwendung von schadstoffarmen Produkten.

Papiertapeten sind nicht nur kostengünstiger und gasen bedeutend weniger Schadstoffe aus, sondern sie erhalten die Atmungsfähigkeit der Wände und verbessern das Raumklima.

 

Infos zu: Lösemittel

Der wirkungsvollste Effekt zum Schutz der Gesundheit kann durch den generellen Verzicht auf lösemittelhaltige Produkt erzielt werden. Das gilt z.B. für Teppichkleber, Lack- oder Latexfarben an den Wänden. Durch eine Papiertapete werden die Wände nicht "versiegelt" und der Anstrich mit einer Innen- Dispersionsfarbe ist in Wohn-und Schlafräumen ebenso ausreichend wie für Büros.

Wenn der Einsatz lösemittelarmer Produkte unumgänglich ist, muß auf gute und schnelle Trocknungszeiten ebenso geachtet werden wie auf eine intensive und regelmäßige Lüftung.

Achtung: Sicherheitsdatenblätter liefern Fachdaten für Industrie und Gewerbe, erlauben aber keine Schlüsse auf mögliche Gesundheitsgefahren für den Nutzer.

Als "lösemittelarm" gekennzeichnete Kleber dürfen z.B. einen Anteil an Lösemitteln von 5% haben. Auch aus gesetzlich als "lösemittelfrei" gekennzeichneten Produkten können Lösemittel ausgasen, denn ein Anteil unter 0,5% braucht ebensowenig angegeben zu werden, wie der Gehalt an Lösemitteln mit einem Siedepunkt oberhalb von 200 °C. Diese sind leider "schwerflüchtig", d.h. die Ausdünstungen können jahrelang dauern!

 

Infos zu: Schwermetalle

Wer zur Vorsorge Kontakte mit Schwermetallen vermeiden will, sollte:
  • Keine Amalgamfüllungen einsetzen lassen;
  • Keine Metallgegenstände (Schmuck, Brille) am Körper tragen;
  • Geschirr aus Keramik verwenden;
  • Schwermetallhaltige Wasserleitungen vermeiden oder austauschen;
  • Auf das Rauchen verzichten

 

Infos zu: Künstliche Mineralfasern

Erhöhte Faserkonzentrationen können auftreten, wenn bautechnische Mängel bestehen und Stäube oder Fasern aus der Dämmung sichtbar herabrieseln oder durch intensive Luftbewegung ein Abrieb möglich ist. Bei fachgerechtem Einbau, d.h. vollständigem mechanischem Abschluß gegenüber Innenräumen besteht grundsätzlich keine Gefahr. Vor der Einbringung von Dämm- und Isolierstoffen sollten nicht nur Gesundheitsgefahren beachtet werden, sondern auch ökologische Gesichtspunkte sollten hier eine Rolle spielen.

Alternativen sind z.B.: Zellulosedämmstoffe (z.B. Isofloc); Perlite (durch Erhitzen expandiertes vulkanisches Gestein); Blähton; Korkschüttung

 

Infos zu: Schimmelpilze und Bakterien

Liegen die Ursachen für erhöhte mikrobielle Belastungen in einem Feuchteschaden, hilft langfristig nur eine bauliche Verbesserung. Nach der Sanierung von defekten Materialien, der Einbringung von Sperrschichten oder der Veränderung des Taupunktes ist eine vollständige Trockenlegung und auch eine Entfernung belasteter Materialien erforderlich.

Ist eine Schimmelpilzbelastung durch falsches Lüftungsverhalten entstanden, muß nach der Entfernung belasteter Materialien (z.B. Tapeten) der Untergrund evtl. behandelt und neu aufgebaut werden.

Der Einsatz von chemischen Stoffen (Fungizide) zur Pilztötung scheint oftmals unabwendbar. Aus gesundheitlicher Sicht bestehen aber erhebliche Bedenken, da Fungizide auch auf den Menschen gesundheitschädlich wirken können. Zudem führen fungizide Mittel oft nur vorübergehend zur Beseitigung des Pilzschadens und können eine Neubesiedelung bei fehlenden technischen Maßnahmen (Austrocknung) nicht verhindern.

Im Notfall sollten unter Beachtung aller Sicherheitsregeln und sonstiger Produkthinweise aufgrund der hohen Wirksamkeit Alkohole oder quartäre Ammoniumverbindungen eingesetzt werden.

Zur schnellen Selbsthilfe ist auch Essigwasser oder Essigreiniger zu empfehlen.

Schimmelspezialisten

  • messen nicht nur sichtbaren Befall, sondern spüren auch jahrzehntealte versteckte Belastungen auf und bewerten sie.
  • prüfen nicht nur die lebenden Schimmelpilzsporen, sondern auch die abgestorbene Biomasse und ihre Ausdünstungen.
  • konrtrollieren auf Schimmel- und auf Bakterienbefall.
  • setzen in Zweifelsfällen einen erfahrenen "Schimmel- Spürhund" ein.

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